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Was willst du hier, Elli?

Ein Gespräch mit Elli über teures Wohnen, die Unsichtbarkeit von Jugendräumen – und warum sie Parkplätze lieber in Parks verwandeln würde.

Neue Ufer: Du lebst in Salzburg – aber ursprünglich kommst du von außerhalb?

Elli: Genau, ich komme eigentlich vom Land, aus Oberösterreich. Ich wohne jetzt seit acht oder neun Jahren in Salzburg – fürs Studium bin ich hergezogen.

NeueUfer: Und wie erlebst du die Stadt?

Elli: Ich genieße total, dass Salzburg so überschaubar ist – fast ein bisschen dörflich, aber mit urbanem Angebot. Kultur, Veranstaltungen, Natur in der Nähe. Das ist schon sehr besonders. Was ich weniger genieße: Es ist einfach eine unglaublich teure Stadt. Wohnen ist scheiße teuer, das Leben auch.

Wo spürt man das am deutlichsten?

NeueUfer: Wo spürt man das am deutlichsten?

Elli: In der Wohnsituation. Viele, vor allem in meinem Alter oder jünger, wohnen außerhalb – einfach weil es in der Stadt nicht leistbar ist. Und nicht jede:r bekommt finanzielle Unterstützung. Das merkt man halt. Auch, dass es Räume gibt, die für gewisse Leute gemacht sind – und andere eben nicht.

Lehen zum Beispiel hat viele gute Begegnungsräume. In der Altstadt habe ich so etwas noch nie zufällig gefunden. Vielleicht gibt’s was, keine Ahnung. Aber sichtbar ist da nix.

Welche Art von Raum fehlt dir in Salzburg?

NeueUfer: Welche Art von Raum fehlt dir in Salzburg?

Elli: Orte, wo man einfach sein kann. Begegnungsräume, Gestaltungsspielräume – ohne Konsumzwang. Parks. Jugendtreffs. Orte, wo du nicht gleich zahlen musst, um dazuzugehören. Wo du nicht das Gefühl hast, im Weg zu stehen, wenn du einfach nur rumsitzt.

NeueUfer: Und beim Thema Mobilität?

Elli: Schwieriges Thema. Ich finde, Verkehr nimmt extrem viel Platz weg in dieser Stadt. Und Autofahren ist auch so ein Privileg – das können sich halt auch nicht alle leisten. Ich würde viel mehr Parkplätze streichen. Die Innenstadt für Autos vielleicht ganz sperren oder zumindest stark einschränken. Stattdessen: Öffis besser ausbauen, Radwege besser ausbauen – auch sicherer machen. Da geht noch einiges.

Und was das Nachtleben betrifft? Wo trifft man Leute?

NeueUfer: Und was das Nachtleben betrifft? Wo trifft man Leute?

Weniger in Clubs. Eher auf Hauspartys, Studi-Events, Stammtischen. So kleinere, entspanntere Sachen. Schneitl zum Beispiel – da trifft man immer wen. Oder Uncle Van. Nicht unbedingt ein klassischer Studi-Ort, aber die haben Studierabatt. Das hilft schon.

Was wollt ihr hier?

Florian Medicus, Architekt aus Salzburg, fragt sich, wo eigentlich die jungen Menschen geblieben sind. Auf den Plätzen, in den Cafés, in den Diskussionen über die Zukunft der Stadt – sie scheinen seltener zu werden. Vielleicht, denkt er, liegt es einfach am eigenen Blick. Vielleicht ist man selbst zu alt geworden. Also macht er das einzig Sinnvolle: Er redet nicht über die jungen Menschen, sondern mit ihnen.

„Was wollt ihr hier?“ ist ein Format, das zuhört, statt zu erklären. Junge Salzburger:innen erzählen, wie sie ihre Stadt erleben – was fehlt, was funktioniert und was sich ändern müsste, damit Salzburg auch in Zukunft ein Raum für sie bleibt.